Migrantische Partizipation

Fachpromotorin für migrantische Partizipation und Postkolonialismus

Seit 2013 ist das Eine-Welt-Forum Mannheim e.V. Träger der Fachpromotorinnen-Stelle für migrantische Partizipation und Postkolonialismus.

Etwa 25 Prozent der Baden-Württemberg*innen haben eine (familiäre) Migrationsgeschichte. Viele dieser Menschen prägen mit ihrer Expertise und ihren Kompetenzen seit vielen Jahrzehnten die Arbeit im Bereich Globale Verantwortung maßgeblich mit. Sie engagieren sich sowohl in der Inlandsarbeit, z.B. durch Angebote des Globalen Lernens, als auch in internationalen Kooperationen und entwickeln innovative Formate, um globale Gerechtigkeit und Solidarität zu verwirklichen.

In den letzten Jahren wird dieses Engagement zunehmend wahrgenommen und findet immer mehr Anerkennung, so auch in den Entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes Baden-Württemberg. Hier heißt es: „Ziel der Landesregierung ist eine Gesellschaft der kooperativen Vielfalt, die eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen geographischen, sozialen oder ethnischen Herkunft ermöglicht. Dazu besteht jedoch konkreter Handlungsbedarf (S. 5).“ Nach wie vor erfahren viele migrantische und diasporische Akteure Hürden, beispielsweise beim Zugang zu finanziellen Fördermitteln, bei der Einbindung in Gremien oder durch die Studiengebühren für ausländische Studierende. Eine kritische Auseinandersetzung mit rassistischen Denk- und Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft sowie mit der Wirkmacht kolonialer Kontinuitäten ist unerlässliche Voraussetzung für eine migrationsgesellschaftliche Öffnung der Arbeit im Bereich Globaler Verantwortung und Basis für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit.

Als Fachpromotorin für migrantische Partizipation und Postkolonialismus vernetzt und berät Nicole Amoussou migrantische Akteur*innen, die entwicklungspolitisch aktiv sind. Dabei möchte sie ihre Position in Politik und Gesellschaft stärken und ihre Expertise in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sichtbar machen.

Zielgruppe sind migrantisch-diasporische Organisationen, interkulturelle Zusammenschlüsse sowie engagierte Einzelpersonen. Die Fachpromotorin sensibilisiete und berät in den Bereichen Dekolonialisierung, Antirassismus und rassismus-kritische Organisationsentwicklung. Sie unterstützt Organisationen und Akteur*innen bei entwicklungspolitischen Vorhaben und bietet Weiterbildungen an.

Informationen zum Eine-Welt-Promotor*innenprogramm

Nachhaltige Entwicklung fängt zu Hause an, im eigenen Leben, im eigenen Wohnort, im eigenen Land. In Baden-Württemberg lebt Entwicklungspolitik durch die Initiativen und Organisationen, in denen sich mehrere tausend Menschen überwiegend ehrenamtlich engagieren. Das Eine Welt-Promotor*innen-Programm stärkt dieses Engagement. Es unterstützt Organisationen, Initiativen und die Bürger*innen in ihrem Einsatz für globale Gerechtigkeit.

In Baden-Württemberg gibt es 20 Eine Welt-Promotor*innen, die bei verschiedenen entwicklungspolitischen Organisationen und Initiativen, überall in Baden-Württemberg, angesiedelt sind. Sie sind Fachleute, die ihr Wissen und ihre Kompetenzen für einen gesellschaftlichen Wandel und eine weltweit nachhaltige Entwicklung einsetzen.Damit unterstützen sie auch die Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien von Baden-Württemberg. Sie geben Anstöße, informieren, beraten, vernetzen und bieten Weiterbildungen an.

Die Fachpromotor*innen arbeiten zu den Handlungsfeldern Fairer Handel, Globales Lernen, Nachhaltige Beschaffung und Unternehmensverantwortung, Internationale Partnerschaften, Partnerschaften mit Burundi, Migration und Entwicklung sowie Hochschulen.

Die Regionalpromotor*innen fördern die Eine Welt-Arbeit, unterstützen die Engagierten und gewinnen neue Akteur*innen in ihrer jeweiligen Region.

Bundesweit sind mehr als 130 Eine Welt Promotor*innen in allen 16 Bundesländern aktiv. Getragen wird das Programm von der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke e.V. (agl) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken.

Finanziert wird das Programm  vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das 60 Prozent der Personal-, Sach- und Verwaltungskosten übernimmt. Die Länder tragen jeweils 40 Prozent zur Finanzierung des Programms bei. Die erste Programmphase dauerte von 2013 bis 2015; seit 2016 läuft die zweite Phase des Programms. Die dritte Phase wird im Dezember 2021 enden.

 

Kontakt

Nicole Amoussou

Email: fachpromo©eine-welt-forum.de

Telefon: 0157 70226320

 

Achtung! Diese Seite ist in Bearbeitung - weitere Informationen in Kürze hier!